März,

ideale Zeit für Skihochtouren. Das Wetter ist für die nächsten Tage gut angesagt, im Hochgebirge liegt noch ausreichend Schnee und die Lawinengefahr ist gering. Kurz entschlossen fahren wir zu sechst mit Reinis Bus nach Vent im innersten Ötztal. Von dort geht’s mit den Fellen endlos lang durchs Niedertal zur Martin-Busch-Hütte. Nach kurzer Rast nützen wir die traumhaften Bedingungen und gehen am Nachmittag unseren ersten Gipfel an. Während Martin und Alex den Hauslabkogel anvisieren, hat sich der Rest unserer Truppe die Kreuzspitze als Ziel ausgesucht. Die Schneeverhältnisse in der Abfahrt sind der späten Tageszeit entsprechend nicht die besten, nordseitig ist noch guter Pulver, die Osthänge jedoch sind schon etwas harschig.

In den nächsten drei Tagen

dürfen wir Skigenuss bei besten Bedingungen erleben. Similaun, Hintere Schwärze, Mutmalspitze, Schalfkogel und einiges mehr werden bestiegen. Die Bedingungen sind perfekt. Pulverschnee und unverspurte Hänge, einsame Täler und Gipfel ohne den sonst in dieser Gegend unvermeidlichen Massenansturm. Da ist selbst das Spuren ein Hochgenuss.

Um am letzten Tag

nicht das endlose Niedertal hinausschieben zu müssen, gehen wir früh morgens das Schalftal hinein, steigen steil über das Schalfjoch auf den Schalfkogel, überschreiten diesen und fahren nordseitig über den einsamen Diemferner zurück nach Vent. 1400 Höhenmeter unberührte Hänge lassen uns vor Freude jubeln. Vier Tage in einer ungewohnt einsamen Umgebung liegen hinter uns, man muss halt seine Ziele richtig wählen.

Ja, so war das damals, im März 2019

Georg

1984

Zum Vergleich hier einige Fotos aus dem gleichen Gebiet von Ostern 1984. Gut zu sehen ist der Masseverlust der Gletscher